1. April 2018 09.00 Uhr

Zürcher Koalas Mikey und Milo nehmen an zahnmedizinischer Multicenter-Studie teil

Bild Copyright: Nikon, Enzo Franchini. Bild Copyright: Nikon, Enzo Franchini.
Bild Copyright: Nikon, Enzo Franchini.
Bild Copyright: Nikon, Enzo Franchini.

Die beiden jungen Koala-Männchen Mikey und Milo verzücken an den Osterfeiertagen zahlreiche junge und alte Besucher des Zoos Zürich. Sie hausen in der neuen Australien-Anlage, welche auch Teil eines Naturschutzprojekts ist. Und sie dienen vom ersten Tag an der Wissenschaft. Mikey und Milo nehmen seit letztem Donnerstag an einer gemeinsamen Multicenter-Studie der zahnmedizinischen Fakultäten der Schweizer Universitäten teil. Ziel der Multicenter-Studie, bei welcher das nahegelegene ZZM der Universität Zürich den Lead einnimmt, ist es die Wirkung von Eukalyptus auf gingivale Erkrankungen zu erforschen.

Grosse Hoffnung besteht auch, dass neue Wege zur Periimplantitis-Behandlung gefunden werden können, wie der Zürcher Studienleiter stolz gegenüber DENTASTIC bemerkt. Mikey und Milo wird zwei Mal pro Woche ein Eukalyptus-Gel auf die Zähne und das Zahnfleisch gestrichen. Unterstützt werden die Wärter des Zoos Zürich, welche sich auf ihre Koala-Betreuungs-Aufgabe in Australien gründlich vorbereitet haben, dabei von sieben Studierenden des JK IV des ZZM der Universität Zürich. Es sind auch bereits Semesterarbeiten zum Thema am Laufen und ein Poster für die EuroPerio9 in Amsterdam in Vorbereitung, an welcher auch ein Fellow einer renommierten amerikanischen Universität mitwirkt. Wertvolle Insider-Tipps erzielten die Zürcher von Prof. Dr. Stephen Chen aus Melbourne, der natürlich nicht nur bestens über Zahnmedizin, sonder auch über die putzigen Down-Under-Bewohner Bescheid weiss.

So viel sei schon hier verraten: Im Gegensatz zu anderen medizinischen Studien an Tieren, werden die beiden Koalas am Ende der Multicenter-Studie nicht geopfert (d.h. getötet) und histologisch untersucht. Die Medienbeauftragten des Zoos Zürich und der Universität Zürich stuften das Risiko von negativen Medienberichten bei einer solchen Übung als doch zu hoch ein. Im Herbst 2018 wird lediglich von den Schädeln der Koalas ein DVT-Aufnahme (3D) mit einem strahlenarmen, digitalen Gerät der neuesten Generation erstellt, vermutlich einem Ausstellungsstück von der DENTAL BERN 2018. Da Mikey und Milo 23 Stunden pro schlafen, wird auch keinerlei Betäubung notwendig sein. Die Koalas werden durch einen Studierenden des JK IV in das DVT-Gerät gehalten, was von der Ethikkommission der Universität Zürich bereits bewilligt wurde. Das wissenschaftliche Poster zu den Koala-DVTs soll an der EAO 2018 in Wien vorgestellt werden.

Bildnachweise:

Foto Koala 1: Bild Copyright: Nikon, Enzo Franchini.

Foto Koala 2: Bild Copyright: Nikon, Jean-Luc Grossmann.